FC Stäfa 1895

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Souveräner Auftritt in Embrach

18.05.2026

Souveräner Auftritt in Embrach

Der FC Stäfa dominierte das Auswärtsspiel in Embrach von A bis Z und gewann völlig verdient mit 4:0 Toren. Saethres sehenswerter Schlenzer eröffnete das Score in der 39. Minute. In der zweiten Halbzeit nutzten zweimal Ruckstuhl und Schmidt drei der zahlreichen weiteren Chancen zum diskussionslosen Sieg. Damit verteidigt Stäfa die Leaderposition und bleibt mindestens zwei weitere Wochen an der Spitze der Gruppe 2.

Gut waren die Erinnerungen nicht, die man in Stäfa an das letzte Spiel in Embrach hatte. Vor einem Jahr ging man sang und klanglos mit 0:3 unter. An diesem Sonntag war aber ab Minute eins klar, wer als Tabellenführer angereist war und wer sich aktuell im Mittelfeld der Tabelle bewegt. Das war in den vergangenen Spielen nicht immer so offensichtlich gewesen.

Embrach schien zudem gehörigen Respekt vor dem Seeclub zu haben. Anders ist die ultradefensive 5:4:1 Aufstellung kaum zu erklären. So entwickelte sich eine Partie, die grossmehrheitlich in der Embracher Spielhälfte stattfand. Die Gastgeber verteidigten ihren Strafraum geschickt und mit viel Einsatz, während Stäfa lange nach dem passenden Schlüssel für dieses Bollwerk suchte. Es schien die berühmte Frage der Zeit zu sein, ehe die Führung fallen musste. Doch davor liessen Kelterborn, Ruckstuhl und Schmidt erst mal noch gute Möglichkeiten aus. Es brauchte schliesslich einen Kunstschuss von Saethre um die längst fällige Führung zu erzielen. Ein Treffer der Marke: sauber vorgelegt, fein in den Winkel gezirkelt. Sehenswert.

Und der Gastgeber? In Halbzeit eins fand Embrach genau einmal mit dem Ball am Fuss den Weg in den Strafraum von Stäfa. Die einsame Sturmspitze konnte einem fast ein wenig leidtun. Wer hat schon Lust, 90 Minuten lang alleine gegen Stäfas Innenverteidigung Eichenberger und Berger anzurennen? Das ist ungefähr so vergnüglich wie ein Spaziergang durch eine Drehtüre, die sich nicht öffnet.

Mit der hochverdienten Führung ging es in die Kabine. Es gab keinen Grund für Wechsel, und so spielte Stäfa nach der Pause weiter, wie es vor dem Seitenwechsel aufgehört hatte. Mit laufintensivem Pressing zwang man Embrach immer wieder dazu, die Bälle unkontrolliert nach vorne ins Niemandsland zu befreien. Embrach verteidigte tapfer, aber es war ein Spiel gegen die Wiederholungstaste: klären, Ball weghauen, sortieren, wieder klären usw.

Wenn man den Gästen etwas vorwerfen kann, dann den beinahe fahrlässigen Umgang mit ihren Chancen. Da wurden Chancen im Minutentakt vergeben. Der Ball lief gut, die Angriffe waren sauber vorbereitet, nur vor dem Tor entwickelte Stäfa eine Grosszügigkeit, die man sich in einem Spitzenspiel besser nicht angewöhnt. Künstlerische Freiheit in Ehren, aber irgendwann muss der Ball humorlos und trocken ins Netz. Nach Ablauf einer Stunde lief Ruckstuhl erneut alleine auf das Tor zu. Und als ob er ganz sicher gehen wollte, nicht einfach den Torhüter anzuschiessen, umdribbelte er diesen elegant und schob zum 2:0 ein. Kurz darauf versorgte erneut Ruckstuhl das Leder im Anschluss an einen Lederer Corner aus spitzem Winkel im Tor. Das 3:0 war die Vorentscheidung. Embrach war buchstäblich stehend K.O. und wechselte fleissig seine Belegschaft aus. Nach Schmitts 4:0 in der 66. Minute war die Messe endgültig gelesen. Alleine vor dem Tor blieb er kaltblütig und schob souverän ein. Danach glichen die letzten 20 Minuten einem munteren Auslaufen mit Ball. Die Spannung hatte sich längst verabschiedet, Embrach wollte keinen weiteren Schaden nehmen, Stäfa keinen mehr anrichten, und so ging es vor allem darum, die Partie sauber und ohne unnötige Nebengeräusche zu Ende zu bringen.

Fanzun im Stäfner Tor war über weite Strecken mehr Beobachter als Darsteller. Der erste Schuss aufs Tor hielt er in der 75. Minute. Zusammen mit einem Embracher Eckball war das bereits das Gefährlichste, was er zu regeln hatte. Als er gebraucht wurde, war er aber zur Stelle. Genau so sehen ruhige Arbeitstage eines Torhüters aus.

Fazit: Stäfa dominierte das Spiel und siegte völlig verdient. Diese Mannschaft zeigte von Beginn weg, dass sie die Leaderposition nicht nur verwalten, sondern bestätigen will. Einziger Vorbehalt: Mit den Chancen ging Stäfa zeitweise um, als gäbe es dafür Bonuspunkte. Einen solchen Chancenwucher werden zukünftige Gegner kaum regelmässig offerieren. Es wäre deshalb ratsam, an der Coolness vor dem Tor zu arbeiten. Souverän war dieser Auftritt bestimmt, effizient jedoch nur phasenweise.

 

Embrach: 300 Zuschauer

FC Embrach - FC Stäfa I 0:4

Tore: 39. Saethre 0:1; 59. Ruckstuhl 0:3; 64. Ruckstuhl 0:3, 66. Schmidt 0:4

Stäfa: Fanzun, Berger, Eichenberger, Zucco (70. Reichling), Widmer, Erne (70. Sommer), Lederer, Schmitt, Ruckstuhl (64. Rasoyi), Kelterborn (59. Texeira), Saethtre

Bemerkungen:

Stäfa ohne: Revel, Krammer, Wetter, Wymann, Pfammatter, Brecher, Kohler, Carvalho

 

 

(mk)

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