27.03.2026

Die Cup-Kampagne des FC Stäfa geht weiter: In einem packenden Fight setzt sich Stäfa im Elfmeterschiessen gegen den 3.-Ligisten FC Blue Stars durch. Nach 90 Minuten stand es 2:2 – dann behielten die Seebuben auf dem Hardhof die besseren Nerven und zogen im Schneefall verdient in die nächste Runde ein.
Stäfa startete konzentriert und war über weite Strecken feldüberlegen. Der Klassenunterschied war sichtbar, vor dem Tor der Gastgeber wurde es immer wieder gefährlich. Doch der Ball wollte einfach nicht ins Netz – trotz guter Chancen. Es fehlte das letzte Quäntchen Entschlossenheit. So ging es nach einer guten, aber torlosen ersten Halbzeit mit 0:0 in die Kabinen.
Umgang zwei fühlte sich gleich an. Stäfa drückte, Blue Stars verteidigte mit Leidenschaft und Energie, wie es Unterklassige in Cup Spielen stets tun. Und dann geschah das, was immer passiert, was zu den ungeschrieben Gesetzen im Fussball gehört und was jeder Fussballer schon erlebt hat. Wenn man sie vorne nicht macht, kriegst du sie hinten irgendwann. Einer der seltenen Konter schloss der Stürmer mit einer Entschlossenheit ab, die man bei den Seebuben vermisste.
Stäfa zeigte sich jedoch wenig beeindruckt und spielte weiter nach vorne. Der eingewechselte Kelterborn setzte sich über den Flügel durch, zog nach innen und legte für Saethre auf. Dessen Abschluss – böse Zungen sprachen später von einer missglückten Rückgabe – fand zur Überraschung aller den Weg ins Tor. Nach 70 Minuten war wieder alles offen.
Und dann übernahm Hitchcock, Godfather der Spannung persönlich die Dramaturgie des Spiels. Schneefall setzte ein und das Spiel wog hin und her. Pfosten Schuss Blue Stars hier, Grosschance da. Paraden, Grätschen, Tacklings und packende Duelle. Die Kräfte der Gastgeber schwanden, Krämpfe, Zeitspiel, Diskussionen mit dem Schiedsrichter, Fouls, Fouleinwürfe, Trash Talk und auf der Stäfner Spielerbank wäre Baldrian willkommen gewesen. 93. Minute Freistoss Blue Stars aus ca. 40 Meter. Und irgendwie fand der Ball den Weg ins Tor. Ekstase bei den Stadt Zürchern, blankes Entsetzen bei Stäfa. Aus, das wars dann wohl gewesen. Doch auf dem Platz standen die Entfesselungskünstler vom See. Und schliesslich ist das Spiel erst zu Ende, wenn der Schiedsrichter abpfeift. Ein letzter Angriff, Flanke Schmitt, Kopfball Kelterborn. Ekstase, blankes Entsetzen, nur umgekehrt. Abpfiff, Elfmeter schiessen. Der Platz war in der Zwischenzeit schneebedeckt und kaum mehr bespielbar. Die ersten 4 Schützen der Elmer Elf behielten die Nerven, Thaler hielt den vorletzten Abschluss von Blue Star und so schoss Rasonji mit seinem Versuch Stäfa ins Cup-Halbfinale. Einmal mehr bewiesen die Stäfner Moral bis in die letzte Minute und retteten sich in Extremnis in die nächste Runde. Betrachtet man den bisherigen Cup-Verlauf, könnte man fast meinen: Ohne Spektakel, Wahnsinn und Drama geht es bei Stäfa einfach nicht.
Blue Stars : FC Stäfa 2:2, 5:7 nach Elfmeterschiessen
Hardhof; 200 Zuschauer
Stäfa: Thaler, Eichenberger, Berger, Reichling, Pfammatter (61. Zucco), Erne, Kohler (75. Lederer), Revel (46. Kelterborn), Saethre (75. Texeira), Ruckstuhl (61. Rasonyi)
Tore: 61. 1:0, unbekannt, 71. Saether 1:1, 93. 2:1 unbekannt, 95. Kelterborn 2:2
Bemerkungen: Souveräne Schiedsrichterleistung in einer hitzigen Partie!
(mk)