FC Stäfa 1895

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Stäfa überrascht weiter

13.09.2026

Stäfa überrascht weiter

In einer abwechslungsreichen Partie behält der FC Stäfa das bessere Ende für sich und gewinnt dank eines Treffers von Ruckstuhl nach 15 Minuten die Auswärtspartie auf dem Gründenmoos in St. Gallen mit 0:1. Die Seebuben hätten die Entscheidung durchaus früher herbeiführen können, doch trotz zahlreicher guter Gelegenheiten wollte der zweite Treffer einfach nicht mehr fallen. Zum ersten Mal reiste das Team im grossen Mannschaftsbus zu einem Auswärtsspiel. Auch das ist eine Konsequenz des erfolgten Aufstiegs – und vermutlich eine der angenehmeren.

 

Respekt vor Dardania

Dardania St. Gallen ist eine erfahrene und solide 2.-Liga-Inter-Mannschaft. In ihren Reihen spielt unter anderem Magnus Breitenmoser, ein 28-jähriger ehemaliger Super-League-Fussballer. Und wenn der Gegner in den ersten drei Partien zudem sage und schreibe 61 Strafpunkte gesammelt hat, fragt sich der gesundheitsbewusste Stäfner Spieler schon einmal, was ihn an diesem Samstag wohl erwarten würde. Die diesbezüglichen Sorgen waren allerdings unbegründet. Die Partie verlief entgegen den Erwartungen ausgesprochen fair und wurde vom Schiedsrichter souverän geleitet. Die Stäfner konnten sich somit auf das Wesentliche konzentrieren – nämlich auf den Versuch, die nächsten drei Punkte einzufahren.

Die Startviertelstunde gehörte klar den Hausherren. Stäfa hatte Mühe mit dem gut organisierten Angriffsspiel von Dardania. Dieses sah optisch ansehnlich aus, versandete aber spätestens am Stäfner Strafraum. Von der Elmer-Elf war zunächst kaum etwas zu sehen. Die Gäste waren vor allem damit beschäftigt, das eigene Tor zu schützen. Nachdem er zuvor bereits einige Male bei Kontern aus Offsideposition zurückgepfiffen worden war, entwischte Ruckstuhl dank eines perfekt getimten Balles von Dietrich der Dardania-Abwehr und netzte nach 15 Minuten zur überraschenden Stäfner Führung ein. 0:1 – und das Spiel war plötzlich ein anderes. Die Führung hielt bis zur Pause. Sie durfte durchaus als etwas glücklich bezeichnet werden, doch Stäfa hatte damit genau das erreicht, was man sich auswärts bei einem spielstarken Gegner wünscht. Hinten möglichst lange die Null halten und vorne effizient zuschlagen.

 

Offener Schlagabtausch

Die zweite Halbzeit entwickelte sich dann so, wie sich solche Partien eben oft entwickeln: Dardania musste mehr für die Offensive tun, forcierte das Tempo und ging zunehmend ins Risiko. Für die Gäste vom Zürichsee ergaben sich dadurch immer grössere Räume für Konter. Der eingewechselte Schmitt brachte auf dem Flügel spürbare Entlastung und sorgte dafür, dass Stäfa auch offensiv immer wieder Nadelstiche setzen konnte. Vorerst waren es allerdings die St. Galler, die zu einigen guten Möglichkeiten kamen. Stäfa hatte in dieser Phase das nötige Schlachtenglück auf seiner Seite. Und davon braucht es in einem solchen Auswärtsspiel bekanntlich manchmal nicht zu wenig.

Ab der 65. Minute entwickelte sich die Partie endgültig zum offenen Schlagabtausch. Was die Stäfner Angriffsreihen in dieser Phase an Chancen liegen liessen, war schon bemerkenswert kulant. Oder, wenn man das Nervenkostüm der mitgereisten Fans im Auge hat, fast schon rücksichtslos.

 

Hinten wurde aufgeräumt

Die Angriffsbemühungen von Dardania konzentrierten sich je länger die Partie dauerte immer stärker auf lange Bälle in Richtung ihrer Stürmer. Dass dies angesichts der Berge in der Stäfner Innenverteidigung ein eher suboptimales Rezept ist, mussten allerdings schon andere Mannschaften erfahren.

Der Frohberg-Elf konnte es recht sein. Berger und Eichenberger räumten hinten konsequent alles weg, was es wegzuräumen gab. Kopfballduelle, Zweikämpfe, Laufduelle – die Stäfner Innenverteidigung liess sich auch in der Schlussphase nicht aus der Ruhe bringen. Die Gäste standen kompakt, verschoben gut und warfen sich in der Schlussphase in jeden Ball, der irgendwie in Richtung eigenes Tor flog. Und vorne? Da wurden weiterhin Möglichkeiten ausgelassen. So blieb es bis zuletzt bei diesem einen, aber äusserst wertvollen Treffer aus der ersten Halbzeit.

 

Fazit

Der Spielverlauf mit der frühen Führung spielte Stäfa gegen diesen spielstarken Gegner zweifellos in die Karten. Entscheidend war aber, wie die Mannschaft anschliessend mit dieser Führung umging. Die Elmer-Elf verteidigte mit viel Engagement, taktischem Gespür und der nötigen kämpferischen Einstellung. Gegen einen spielstarken Gegner hielt sie hinten bis zum Abpfiff die Null. Gerade auswärts ist das eine Leistung, auf die man durchaus stolz sein darf. Einzig die Stäfner Angriffsreihen müssen sich bewusst sein, dass man sich eine derart grosszügige Chancen Nichtverwertung nicht in jedem Spiel leisten kann. Irgendwann geht selbst dem treuesten Fussballgott die Geduld aus. Diesmal aber liess er nochmals Gnade vor Recht walten.

 

Gründenmoos, St. Gallen

KF Dardania St. Gallen : FC Stäfa 1895 0:1

Tor: 15. Ruckstuhl 0:1

 

Stäfa: Brecher, Eichenberger, Zucco, Berger, Widmer, Erne (90. Carvalho), Lederer, Wetter (85. Kohler) Ruckstuhl (80. Migliaretti), Dietrich (46. Schmitt), Kelterborn (77. Sommer)

Bemerkungen: 70. Verwarnung Zucco. Meisterschaftsdebut in der 1. Mannschaft von Migliaretti. Stäfa ohne: Krammer, Rasonyi, Pfammater, Texeira (alle rekonvaleszent), Saethre, Reichling (abwesend), Revel (Ausland)

 

(mk)

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