Newsarchiv

zurück

Fa: Ausflug nach St.Gallen zum Chlausturnier mit knapp verpasstem Turniersieg

11.12.2018

Fa: Ausflug nach St.Gallen zum Chlausturnier mit knapp verpasstem Turniersieg

Am Sonntag, 09.12.2018, stand für die Fa-Junioren das Hallenfussball-Turnier in der Mehrzweckhalle in Rorschacherberg auf dem Programm. Aufgeboten waren: Lauri, Liam, Lou, Neo, Joel, Jerome, Jeyan und Valentin.

Kaum war das Chlaus-Turnier in Stäfa vom Samstag 8. Dezember hinter uns, ging es am folgenden Tag nach Rorschacherberg. Für Rorschacherberg war es das 25. Turnier dieser Art. Bei der Ankunft so gegen 13h war schon viel Aktivität und gute Stimmung in der Halle zu verspüren, Spieler und Eltern, Kind und Kegel überall.

Nachdem Masayo den Treffpunkt über multimedialem Weg kommunizierte, fanden sich die ersten Stäfa Junioren in der Garderobe Nummer 4 ein, wo Olivier die Jungs in Empfang nahm, die schwarzen Tenues verteilte und sie auf das Turnier vorbereitete. Trainer Janne war gesundheitlich angeschlagen und musste leider gleich die Heimreise antreten. Wir wünschen ihm eine schnelle Genesung. Dafür blieb Lauri als Stammeshalter bei der Mannschaft, der sich einigermassen wahrscheinlich von den gleichen Strapazen erholt hatte.

Die Mehrzweckhalle bestand aus drei Hallen, die zu einer grossen Halle umfunktioniert wurden und mich an meine sportlichen Möglichkeiten erinnerten (es ging uns wirklich gut). Im Vergleich zu manchen anderen Mini-Hallen kam mir diese Halle wie ein Palast vor. So konnten 5 Feldspieler nebst dem Torhüter um den Pokal kämpfen. Es hätte sogar locker für 7 Spieler Platz gehabt. Die Tore waren 5 Meter breit und somit auch geeignet für Fernschüsse. Es war die grösste Halle im bisherigen Turnierverlauf und auch konzeptionell gut durchdacht. Die jeweilige Spieldauer für dieses Turnier betrug 9 Minuten.

Die Zuschauer konnten sich hinter der Bande rund um das Spielfeld aufhalten, wie bei einem Ice-Hockey Spiel oder sich im 1. Obergeschoss einen Überblick beschaffen. Auf einer Bühne hinter einem der Tore, geschützt von einem durchgehenden Fischer-Netz, war die Jury positioniert sowie ein gemütlich eingerichtetes Beizli, wo sich die Eltern mit Speis und Trank verwöhnen lassen konnten und gleichzeitig einen top Überblick über die laufenden Spiele hatten (fast wie bei der Loge im Real Madrid Stadion). Hier konnte man auch den legendären Rorschacher Chlaus-Burger bestellen, was der Autor auch gegen Turnier-Ende getan hat, und es nicht bereute. Daneben machten auch leckere selbstgemachte Kuchen in einer eignen Vitrine auf sich aufmerksam. Gestartet wurde jedoch mit Kaffee und kaum hatten wir Eltern es uns bequem gemacht, da war unser erstes Spiel gegen Wittenbach schon im Gange.

Stäfa übernahm schnell die Kontrolle. Jeyan brachte Neo mit einem präzisen Pass vor dem Strafraum in Schussposition, der sich nicht zwei Mal bitten liess und Stäfa zur 1:0 Führung verhalf. Der Druck von Stäfa blieb bestehen, so platzierte Jeyan einen Warnschuss, welcher vom Torwart abprallte und Neo erneut in Schussposition brachte, jedoch dieses Mal ohne Erfolg. Wenig später lancierte Jeyan einen weiteren Angriff aus der Verteidigung heraus, mit extrem kurzer Zwischenstation bei Joel (Null Verzögerung), und im Nu war der Ball bei Liam, der die Führung auf 2:0 ausbaute. Einen traurigen Rekord stellte die gegnerische Nummer 14 auf, der wirklich ausnahmslos bei jedem Kontakt die Stäfner Junioren grundlos wegschubste, ein surrealer 9-minütiger Anblick. Verständlich, dass einige Stäfner ihren Unmut zeigten, denn dann müssen ca. 20 Schubser gewesen sein, einige davon wurden abgepfiffen, es gab eine Verwarnung und irgendeinmal konsequenterweise einen Elfmeter, der von Liam zum 3:0 genutzt wurde. Dies war denn auch der Endstand, wobei die Torchancen nur spärlich genutzt wurden.

In der Pause unterhielt ich mich mit der Jury und mit weiteren Funktionären, die hocherfreut waren, dass wir den langen Weg auf uns nahmen. Es gab eine kleine Führung und Informationen wurden ausgetauscht, Gastfreundschaft pur. Sie erwarten uns auch das nächste Jahr.

Das zweite Spiel fand statt um 14h50 gegen Bischofszell, und diesen Begriff kennen wir Eltern sicher noch aus unserer Kindheit und zwar als Saft-Hersteller. Leider ging den Stäfner in diesem Spiel der Saft aus, wir kamen nicht ins Spiel, obwohl der Gegner nicht überaus stark war. Vielleicht hatten ihre dunkelblauen Tenues verwirrt, die sich aus der Ferne kaum von unseren schwarzen Tenues unterschieden. Was schon öfters zu beobachten war, schien sich auch dieses Mal zu bewahrheiten. Ein eher unterlegener Gegner zwingt Stäfa seinen schwächeren Spiel-Stil auf und Stäfa schaltet ein paar Stufen zurück. Dieses Phänomen soll es ja auch bei Profimannschaften geben. Fairerweise muss erwähnt werden, dass alle Stäfner schon ein Tag zuvor bereits ein Turnier absolvierten und eine gewisse Müdigkeit verständlich war. Wie auch immer, obwohl Stäfa dominierte, konnte es die drei Torchancen nicht verwerten und so blieb es beim 0:0. 

Beim dritten Spiel um 15h50 hiess der Gegner FC Speicher. Aus gut unterrichteten Quellen wurde vernommen, dass Speicher der Heimatort von Monika (Mutter von Lou) ist und evtl. Bekannte/Verwandte beim Spiel zusehen könnten. Nun musste natürlich ein Sieg her, damit die Fahnenflucht nach Stäfa begründet werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt war der FC Speicher Tabellenführer und fiel bisher als eine der stärkeren Mannschaften auf, dieses Spiel war somit entscheidend. Jeyan eröffnete die erste Chance, in dem er mit einem Pass aus der Ecke heraus Liam bediente, der nahe an der Strafraum Markierung stand und mit seinem Schuss in linke Ecke den Torwart völlig auf dem falschen Fuss erwischte und die Führung zum 1:0 einleitete. Wie zuvor erwähnt, waren die Tore von grosser Dimension und endlich kam mal jemanden in Sinn, auch mal aus der Ferne zu schiessen. Dieser Jemand hiess Liam, welcher zu einem Kracher aus der Ferne ansetzte, wobei der Ball zuerst an die untere Latte krachte und dann auf die Torlinie knallte, wirklich schade. Kurz darauf hebelte Jeyan praktisch das ganze Mittelfeld in dem er mit einem präzisen Pass Neo in Schussposition brachte, doch leider konnte der Torhüter seinen Schuss parieren. Stäfa dominierte nun das Spiel, was den Verdacht aufdrängte, dass eines der Aufwach-Optionen ein stärkerer Gegner sein könnte. Aktiviert wurden in diesem Moment auch die Dribbelkünste von Liam, der von der Mittellinie aus drei Gegner austrickste und dann mit einem Heber über den Torwart zum 2:0 traf. Darauf folgte das 3:0 von Vale mit einem Eck-Schuss. Den Deckel zu machte Jeyan mit dem 4:0, der danach den Weg für den nächsten Spieler freimachte, jedoch war der Speicher bereits voll und es blieb beim verdienten 4:0. Die Vorgabe des Trainers, vermehrt den Abschluss zu suchen, wurde von den Spielern konsequent umgesetzt. 

Während dem Spiel wurde ich Zeuge von Lob für unsere Mannschaft durch mehrere sich unterhaltende Eltern, die Gefallen an unseren Passkombinationen und der Technik hatten und dabei die Nummern auf den Leibchen erwähnten, welche zu Liam und Jeyan führten. Als ich mit ihnen ins Gespräch kam, lobten sie die ganze Mannschaft, weil sie mit (Zitat) «Köpfchen» spielten. Generell war die Atmosphäre sehr angenehm, alle Eltern waren gut gestimmt und es fanden viele Gespräche statt.

Bei der nächsten Begegnung stand als Gegner die zweite Mannschaft von Rorschach-Goldach auf dem Spielplan. Stäfa gab von der ersten Minute an den Takt vor. Liam wurde von Jeyan in Szene gesetzt, der den ersten Warnschuss platzierte und kurz darauf machten nochmals Warnschüsse von Liam und Jeyan auf das aufmerksam, was noch bevorstand. Es folgte eine Augenweide, in dem Liam mit einem Beckham-würdigen Meisterstück den Ball unter das Lattenkreuz beförderte, wobei der Ball während der Flugbahn eine Drehung vollzog und auch der Ball sich um seine eigene Achse drehte. Als wir Eltern noch dabei waren, uns von Liam’s erzeugter Ekstase runterzukommen, da katapultierte Jerome den Ball mit einem brachialen Hammerschuss von der Mittellinie aus genau unter die Latte zum 2:0. Die Skala eines EKG-Gerätes hätte zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ausgereicht, wir waren so aus dem Häuschen. Es spielte nur noch Stäfa und es ging nun Schlag auf Schlag. Jeyan setzte aus der Verteidigung zu einem Dribbel an, bediente unseren Flügel, der wiederum Liam anspielte, welcher zuerst ein paar Gegner im Strafraum stehen liess, und den Ball zum 3:0 ins Tor zirkelte. Der Gegner wurde nun komplett am Spielaufbau gehindert und kam nicht weiter als die Mittellinie. Nach einem Traum Kombinationsspiel gelangt der Pass zu Jeyan, der auf 4:0 erhöhte. Bei der nächsten Szene schnappte sich Jeyan den Ball vom Gegner, dribbelte drei weitere Gegner aus und zirkelte den Pass zu Vale, der zum 5:0 einschoss. Stäfa hatte nun den Rausch-Modus erreicht, während Neo als Torwart arbeitslos war und locker das Publikum auf der Bühne (hinter seinem Tor) entertainen hätte können, und unser Tor wäre zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen. Mehr Beschäftigung wurde Jerome abverlangt, der zu Boden fiel, sich jedoch akrobatisch wiederaufrichtete als ob es keine Schwerkraft gäbe und den Ball elegant in einem Guss zum 6:0 beförderte (gab es mal einen Ballett-Unterricht?). Dies inspirierte Lou zum nächsten Angriff via Liam, der zu Lauri passte und ohne Verzögerung bei Vale landete, der das 7:0 markierte. Eine ähnliche Passkombination führte zum 8:0, das Jerome für sich entschied. Der Autor hatte Mühe mit dem Speed nachzukommen und musste manchmal den Sachverhalt bei seinen back-up Kollegen verifizieren. Das 8:0 war zugleich auch der höchste Sieg des Turniers. Stäfa landete so dem ersten Tabellenplatz und musste entsprechend gegen den Tabellenführer der anderen Gruppe antreten.

Unmittelbar nach dem Spielende gingen die Hälfte der Lichter aus. Was zunächst als Stromschwankung aussah, war der Beginn einer Chlaus- und Schmutzlishow. Zuerst wurde an der Leinwand ein kurzer Film mit Samichlaus, Schmutzli und weiteren Akteuren gezeigt, danach stieg weisser Rauch wie bei einer Disco auf, und tatsächlich rannten nun Samichlaus und Schmutzli höchstpersönlich auf das Spielfeld, es herrschte weihnachtliche Stimmung. Sie stellten sich bei beiden Toren als Torhüter auf und alle Spieler durften einen Penalty schiessen, ein cooler Anblick, wie die Gewänder und Bärte durch die Luft flogen.

Danach wurden noch vier Spiele um die unteren Ränge ausgetragen und so gegen 18h wurde das Finalspiel zeremoniell in die Wege geleitet. Alle Spieler inkl. Trainer wurden mit Chlaus-Mützen ausgerüstet und wurden namentlich einzeln aufs Spielfeld gerufen, während auf der Leinwand das jeweilige Foto des Kindes mit seinem Namen eingeblendet wurde, kreativ und professionell organisiert. 

Das Finalspiel begann ausgeglichen. Doch schon nach einer Spielminute bekamen wir aufgrund eines Abwehrfehlers ein Gegentor (soll ja öfters vorkommen). Sofort setzte Neo zu einem Warnschuss an, Jeyan folgte ebenfalls mit einem Warnschuss, der vom Torhüter abprallte und von seinen Verteidigern abgefangen wurde. Diese versuchten den Ball aus dem Strafraum zu schaffen, als ihnen Liam auflauerte, den Ball abnahm und zum 1:1 ausglich. Lange ging es nicht, und da fiel das 2:1 für Rorschacherberg. Stäfa gab nicht auf und nur knapp flog der Schuss von Lauri an der Latte vorbei. 2 ½ Minuten vor dem Ende spielten sich unglaubliche Szenen vor dem Tor des Gegners ab, die Nerven der Zuschauer lagen blank. Joel hämmerte den Ball von der Mittellinie knapp am Tor vorbei. Liam folgte diesem Beispiel mit einem Weitschuss, der vom Torwart abgewehrt wurde und bei Jeyan landete, welcher einen Abstauber versuchte, doch vom Torhüter vereitelt wurde. Mehrere Spieler beider Mannschaften lagen bereits am Boden und kämpfen weiter um jeden cm, es herrschte Tumult. Vale der Torhüter sprang in der letzten Minute in den gegnerischen Raum und machte mit einer unmissverständlichen Gestik allen Mitspieler klar, nun nochmals alles nach vorne zu werfen. Der Ball verliess erneut den Strafraum und landete bei Jerome, der nochmals auf das Tor zielte, doch unplatziert beim Torwart landete. In den letzten Sekunden versuchte Liam noch an 5 Gegner vorbeizukommen, doch die Zeit reichte nicht mehr aus. Das Spiel endete mit 2:1 für Rorschacherberg, die ihre zwei Chancen effizient ausnutzten.

So kam es zur Siegesehrung. Pokal sowie Medaillen wurden verteilt, man sah es den Stäfner Junioren an, dass sie nicht die ganze Begeisterung teilen konnten, aber so ist es nun mal im Fussball. Gewinnen tut diejenige Mannschaft, welche effizient die Tore schiesst und nicht notwendigerweise diejenige, die mehr vom Spiel hat.

Wie schon in früheren Spielen oft beobachtet, machen sich es unsere Jungs selber schwierig, indem wir früh mit Abwehrfehler in Rückstand geraten, nicht auf Anhieb wach sind und 100%ige Torchancen nicht nutzen. An diesem Tag war sicherlich auch die Müdigkeit zu spüren, weil das Chlausturnier in Stäfa ein Tag zuvor schon viel Energie abverlangte. Bestätigung erhielt ich im Auto, denn ca. 5 Minuten nach der Abfahrt hörte ich verdächtige Schlafgeräusche aus dem hinteren Teil. 

An diesem Tag auffälligste Spieler waren Liam (der Torjäger), Jerome (der Konstante) und Jeyan (der Tor- und Passlieferant). 

Einen besonderen Dank und Lob verdienen alle Organisatoren und Helfer des Rorschacherberg Chlausturniers und die Gemeinde Rorschacherberg. Für mich das bisher beste organisierte Turnier, viele kreative Ideen und Ansätze, mit viel Engagement und Liebe, Gastfreundschaft pur, super Stimmung. Der lange Weg hat sich voll gelohnt, hoffentlich sind wir wieder dabei im nächsten Jahr.

(hs)

Hauptsponsoren und Partner